Cd-Besprechung

PeterLicht - Lieder vom Ende des Kapitalismus

PeterLicht

Lieder vom Ende des Kapitalismus

Motor (edel)
  Vö: 28.04.2006

Bewertung:  9 Punkte
Leserwertung:  12.9 Punkte
Stimmenzahl: 24

"Wettentspannen" leitet als erste Single-Auskopplung die "Wiedergeburt" von Peter Licht ein, der uns nach seinem Erscheinen mit "Sonnendeck" 2001 auch direkt wieder verlassen hatte. Zwar gab es nach dem Erfolg mit der Single das Debüt "14 Lieder", das jedoch nicht anknüpfen konnte. Auch das 2003er Album "Stratosphärenlieder" konnte die Musikwelt nicht überzeugen. Mit "Lieder vom Ende des Kapitalismus" startet Peter Licht einen guten Versuch dies zu ändern.

"Du hast keine Wahl [...] / du hast ein offenes Ende / das ist das / was du hast / sonst nichts". So lässt Peter Licht sein neues Album "Lieder vom Ende des Kapitalismus" mit dem 51 sekündigen "Offenes Ende" beginnen. Hier kann sich der Hörer sofort auf ein herausforderndes und interpretation-suchendes Album einstellen.
Peter Licht ist keine leichte Kost und kann auch schnell überfordern. Seine Musik und die Texte können mit keinem anderen deutschen Musiker verglichen werden und machen ihn zum Ausnahmekünstler. Wie man seine Art zu musizieren bewertet, ist eine andere Frage.

Zu "Das absolute Glück", "Wettentspannen" und "Gerader Weg" bekommt man den besten und schnellsten Zugang, während die Essenz und Umsetzung von Songs wie "Benimmunterricht", "Der böse Mann" und "Unsere Zeit" schlechter vermittelt werden. Peter Licht findet eine einzigartige Weise politisch Stellung zu nehmen. Hier mal ein kleiner Einblick in den titelgebenden Song des Albums "Lied vom Ende des Kapitalismus":
"Hast du schon / hast du schon gehört / das ist das Ende / das Ende vom Kapitalismus / jetzt ist er endlich vorbei./ Vorbei vorbei vorbei vorbei / .../ Weißt du noch / wir fuhren mit dem Sonnenwagen über das Firmament / und wir führten das Zeug aus den Regalen aus den Läden / und wir waren komplett./ Weißt du noch / wir regelten unsere Dinge / übers Geld / vorbei vorbei vorbei.../ Weißt du noch / wir haben uns alle beschriftet / und zogen immer weniger an / weißt du noch / als wir alle zu viel waren / beschriftet und zuviel / und unsere Bäuche / unsere kapitalistischen Bäuche / vorbei vorbei.../ der Kapitalismus der alte Schlawiner ist uns lang genug auf der Tasche gelegen / vorbei...."

Peter Licht weiß es mit Sprache umzugehen und sie mit der richtigen musikalischen Untermalung einzusetzen. Allerdings beinhaltet dies auch die schwere Verdaulichkeit der anspruchsvollen Kost. "Lieder vom Ende des Kapitalismus" eignet sich eben nicht zum begleitenden Hören, sondern erfordert volle Aufmerksamkeit. Außerdem ist der Versuch des Verstehens häufig zu anstrengend und bleibt erfolglos, auf Grund von endlosen Phrasen deren Bezug unklar bleibt. Alles in allem ist das neue Album geeignet für Peter Licht Fans, die dies nicht nur auf Grund von "Sonnendeck" sind, für Poeten der anderen Art und Menschen auf der Suche nach Abwechslung von Bands wie Tomte, Blumfeld, Tocotronic und Wir sind Helden.

9 Punkte (von max. 15)

Maja Schwob15.05.2006

TRACKLIST
1.Offenes Ende
2.Das absolute Glück***
3.Wettentspannen***
4.Es bleibt uns der Wind (Du bist richtig hier)
5.Gerader Weg***
6.Benimmunterricht (Der Arbeitgeberpräsident)
7.Lied vom Ende des Kapitalismus
8.Hallo hallo (dies ist der Tag)
9.Wir werden siegen
10.Der böse Mann
11.Kopf zwischen Sterne
12.Unsere Zeit
13.Du kommst nicht mehr zurück
[ *** Anspieltipps ]

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